Wie können Kommunen den Ausbau erneuerbarer Energien aktiv gestalten und für mehr Akzeptanz vor Ort sorgen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Praxiswerkstatt „Schneller und Fairer zu Erneuerbarer Energie“. Grundlage der Diskussion waren die europaweit entwickelten „Fast & Fair“-Prinzipien, die erstmals ein gemeinsames Verständnis von Fairness in der Energiewende schaffen. Eine begleitende Checkliste unterstützt Kommunen dabei, diese Prinzipien konkret und einfach anzuwenden.
Zentrale Erkenntnis der Veranstaltung: Beteiligung bremst die Energiewende nicht aus – im Gegenteil. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass frühzeitige Beteiligung Konflikte lösen kann und regionale Mehrwerte schafft.
In den Praxisdiskussionen wurde deutlich, wie wichtig eine frühe Einbindung aller relevanten Akteure ist. Kommunen sollten bereits vor dem Einstieg von Investoren das Gespräch mit Flächeneigentümern suchen und Bürgerinnen und Bürger frühzeitig informieren. Mehrere Informationsveranstaltungen sowie eine neutrale fachliche Begleitung können dazu beitragen, Vertrauen aufzubauen und Fehlinformationen vorzubeugen. Auch kritische Stimmen sollten aktiv in den Dialog eingebunden werden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Modellen finanzieller Teilhabe. Besonders wirksam sind Ansätze, die den wirtschaftlichen Nutzen erneuerbarer Energieprojekte für die Bevölkerung direkt spürbar machen, etwa über vergünstigte Stromtarife oder Beteiligungsmöglichkeiten durch Energiegenossenschaften. Erfolgreiche Beispiele zeigen zudem, dass Kooperationen zwischen Stadtwerken, Projektentwicklern und Bürgerenergiegenossenschaften die lokale Wertschöpfung stärken können.
Auch Naturschutz und regionale Wirtschaftsentwicklung wurden diskutiert. Eine frühzeitige Abstimmung über Ausgleichsmaßnahmen erhöht die Akzeptanz vor Ort. Gleichzeitig bieten insbesondere kommunal betriebene Energieprojekte und die kommunale Wärmeplanung Chancen für die Einbindung lokaler Unternehmen und die Sicherung regionaler Arbeitsplätze.
Die „Fast & Fair“-Checkliste versteht sich dabei nicht als starres Regelwerk, sondern als praxisnahe Orientierungshilfe für faire, transparente und erfolgreiche Aushandlungsprozesse beim Ausbau erneuerbarer Energien.